Erste Social Banking

Banking, das zählt.

Haben Sie das gewusst?

Obwohl die Armut in Zentral- und Osteuropa von 2018 auf 2019 um 6% gesunken ist, sind in Österreich, Kroatien, Rumänien, Serbien, Slowakei, Tschechien und Ungarn nach wie vor 14 Mio. Menschen, also 27 % der Bevölkerung, von Armut bedroht. Viele von ihnen sind nicht in der Lage unvorhergesehene Ausgaben zu bestreiten oder verfügen nicht über einfachen Komfort wie Heizung oder sanitäre Einrichtungen. In der Tschechischen Republik sind beispielsweise 42% der Haushalte mit Wohnkosten überlastet, in Serbien leben 65% aller EinwohnerInnen in überbelegten Wohnungen. Die häufigsten Gründe sind Arbeitslosigkeit und eingeschränkter Zugang zu Finanzmitteln. Auch viele NGOs und Sozialunternehmen, die sich mit gesellschaftlichen Problemen befassen, haben wenig Zugang zu Finanzierungen, da ihre Geschäftsmodelle per definitionem nicht gewinnorientiert und damit für die meisten Banken unattraktiv sind. Vom Staat erhalten sie geringe Unterstützung, und der Zugang zu EU-Subventionen erweist sich als schwierig.

„Ich bin glücklich, dass wir bauen; wir bauen ein Haus, um besser zu leben, um alles Nötige fürs Leben zu haben, Wasser, Strom. Ich möchte das Beste für meine Kinder, dass sie ein Dach über dem Kopf haben, wenn ich nicht
mehr bin.“

Igor Flítár baut mit einem Mikrokredit ein Haus in Rankovce, Slowakei.

Was kann man da tun?

In den oben genannten Ländern ist die Erste Group tätig, deren Hauptaktionärin die ERSTE Stiftung ist. Wir unterstützen die Erste Group dabei die finanzielle Stabilität jener KundInnen zu verbessern, die üblicherweise nicht auf die Hilfe von Banken zurückgreifen können. Das Erste Social Banking unterstützt GründerInnen, Kleinunternehmen, soziale Organisationen sowie einkommensschwache Menschen und arbeitet dabei eng mit lokalen Partnern zusammen. Das Angebot reicht von Finanzierungen bis hin zu Mentoring und Training. Die Leistungen dieses Programms haben bereits mehr als 600 soziale Organisationen, 19.000 in finanzielle Schwierigkeiten geratene Menschen, 7.000 Kleinbauern und –bäuerinnen sowie 3.100 GründerInnen von Kleinunternehmen in Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit und Armut in Anspruch genommen. Insgesamt hat Erste Social Banking bisher Kredite in Höhe von EUR 235 Mio. vergeben, davon allein EUR 65 Mio. im Zeitraum 2018/2019.

Der Erfolg dieses Ansatzes ist nachhaltig und messbar. So wurden inzwischen in dieser Region 15.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und 30.000 bestehende abgesichert. Erfolgreich entwickeln konnten sich zum Beispiel ein Generationencafé in Wien, eine Schafzucht in Rumänien oder ein Geschäft für Bio-Babybekleidung in Kroatien. Die Branchen, in denen mit Angeboten wie Betriebsmittel- und Überbrückungskrediten, Start-up-Darlehen, Business-Schulungen, Angeboten für E-Learning, Mentoring und Beurteilungen von Businessplänen die meisten Arbeitsplätze geschaffen werden, sind Ackerbau, Viehzucht, Verkehr und Kommunikation, Einzelhandel sowie Bildung und Gesundheitswesen.

Maria Hăşmăşan und ihre Familie leben in einem kleinen rumanischen Dorf namens Leurda. Unterstutzt von einem Mikrokredit von BCR Social Finance produziert sie Lammfleisch, Milch und Käse.

Warum machen wir das?

Erste Stiftung und Erste Group haben vor über 200 Jahren selbst als Sozialunternehmen angefangen. Heute wollen wir gemeinsam eine nachhaltige Basis schaffen, die es Einzelpersonen, jungen Sozialunternehmen und NGOs ermöglicht, ihre wirtschaftliche Situation zu verbessern und ihnen langfristig zu finanzieller Stabilität verhilft. Die Entwicklung der Zivilgesellschaft stößt an Grenzen, wenn NGOs und Sozialunternehmer, die sich mit einigen der herausforderndsten Themen unserer Gesellschaft beschäftigen, nicht ausreichend Finanzmittel zur Verfügung haben. Einkommensschwachen Personen Zugang zu grundlegenden Finanzprodukten zu ermöglichen, ist weitgehend als kritischer Faktor zur nachhaltigen Bekämpfung von Armut anerkannt. Menschen mit finanzieller Grundbildung können auf unerwartete finanzielle Schocks besser reagieren und mit künftigen Risiken besser umgehen. Kleinunternehmer sorgen nicht nur für die finanzielle Stabilität ihrer Familien, sondern schaffen häufig auch neue Arbeitsplätze und fördern das Wirtschaftswachstum ihrer Gemeinden. Für ein Drittel der UnternehmenskundInnen bedeutet ein Gründungskredit für ein eigenes Unternehmen den Weg aus der Arbeitslosigkeit. Im Durchschnitt schafft jede Unternehmensgründung zwei weitere Arbeitsplätze. 50% der UnternehmerInnen im Erste Social Banking Programm geben an, dass die Gründung oder Erweiterung ihres Unternehmens ohne die Unterstützung durch die Erste nicht möglich gewesen wäre. Mit der Kombination aus Finanzierung und Finanzbildung soll finanzieller Wohlstand nachhaltig gesichert werden.

Social Housing: DOM.ov

DOM.ov wurde ins Leben gerufen, um Romafamilien in besonders schlecht versorgten Gebieten der Ostslowakei den Bau eigener Häuser zu ermöglichen. Sozialarbeit und finanzielle Inklusion führen zu einem einfachen, aber energieeffizienten Zuhause. Das Social-Banking-Programm von Slovenská sporiteľňa und eine NGO helfen den Familien bei der Arbeitssuche, unterstützen den Baufortschritt und vermitteln Kenntnisse in finanziellen Dingen. Zwölf Monate lang müssen die Familien regelmäßig Geld beiseite legen, bevor sie ein Grundstück von der örtlichen Gemeinde kaufen können. Die Bank stellt einen von der ERSTE Stiftung besicherten Mikrokredit für die Baustoffe zur Verfügung. Die Familien bauen die Häuser unter der Aufsicht einer NGO selbst. Die finanzielle und aktive Selbstbeteiligung der Romafamilien erhöht die Erfolgsquote und die Effizienz der eigesetzten öffentlichen Mittel. DOM.ov kombiniert auf einzigartige Weise die Erfahrung und das Fachwissen von NGOs vor Ort, Kommunen, Stiftungen, ArchitektInnen und einer Bank.

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