Július Koller ist eine der zentralen Künstlerpersönlichkeiten Osteuropas seit den 1960er Jahren, deren Werk von großer internationaler Bedeutung ist. Diese bisher umfassendste Retrospektive des slowakischen Künstlers dokumentiert seinen eigenständigen Beitrag zur Neoavantgarde anhand einer grundlegenden Aufarbeitung künstlerischer und archivalischer Materialien. Kollers Werk entwickelt sich in kritischer Distanz zur kommunistischen Herrschaft und deren offizieller Kunst, stellt aber auch Traditionen der Moderne und Konventionen des westlichen Kunstbetriebes infrage. Seit Mitte der 1960er Jahre gestaltet er mit Antihappenings und Antibildern ein von spielerischer Ironie und Skepsis geprägtes Werk, das mit dadaistischem Gespür seine radikal-skeptische Haltung mit innovativen Ansätzen verbindet.

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