»Martin Pollack: Looking into the Abyss«
Filmvorführung in der ERSTE Stiftung

11. März 2026, 18:00 – 19:30
Wien

»Für den Dokumentarfilm war ich auf der Spurensuche – mit dem Buch ›Der Tote im Bunker‹ von Martin Pollack in der Hand, dass ich ins Slowakische übersetzt habe. Diese Reportage ist in der Slowakei auf große Resonanz gestoßen. Es ist die Familiengeschichte von Gerhard Bast, geboren 1911, SS-Sturmbannführer, Mitglied der Gestapo, und biologischer Vater von Martin Pollack. Zwei Menschen, zwei sehr unterschiedliche Leben, das eine von Gewalt und Krieg bestimmt, das andere das eines leidenschaftlichen Kämpfers für Demokratie und offene Gesellschaft.

Martin Pollack konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr reisen, deswegen war ich mit Kamerateam selbst unterwegs von der Mitteslowakei bis zum Bunker im Brenner. Eine unvergessliche Europa-Reise durch die Topographie des Terrors und der Erinnerung.«

Michal Hvorecký

Ein Dokumentarfilm von Jaro Vojtek, produziert von Roman Pivovarník. (Slowakei, 2024, 60 min)

Der Dokumentarfilm ist auf Deutsch und Slowakisch mit englischen Untertiteln.

Mit einer Einführung des Autors Michal Hvorecký

Im Anschluss werden Erfrischungen serviert

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Martin Pollack, 1944 in Bad Hall/OÖ geboren, lebte in Wien und im Südburgenland. Er studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte, war Übersetzer polnischer Literatur, Journalist und Autor. Von 1987 bis 1998 war er als Korrespondent des deutschen Nachrichtenmagazins SPIEGEL in Wien und Warschau tätig. Danach arbeitete er als freier Autor und Übersetzer. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen Der Tote im Bunker. Bericht über meinen Vater (2004), Wer hat die Stanislaws erschossen? Reportagen (Zsolnay, 2008), Kaiser von Amerika. Die große Flucht aus Galizien (2010), Kontaminierte Landschaften (Residenz, 2014) und Topografie der Erinnerung (Residenz, 2016). Seine Bücher haben maßgeblich dazu beigetragen, verdrängte Kapitel der europäischen Geschichte sichtbar zu machen. Pollack wurde u. a. mit dem Österreichischen Staatspreis für literarische Übersetzungen (2003), dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln (2007), dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung (2011), dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik (2018) und dem Würdigungspreis für Publizistik der Stadt Wien (2024) ausgezeichnet.

Michal Hvorecký, 1976 in Bratislava geboren, wo er lebt und arbeitet. Hvorecky verfasst regelmäßig Beiträge für die FAZ, Die Zeit und zahlreiche andere Zeitschriften. In seiner Heimat engagiert er sich für den Schutz der Pressefreiheit und gegen antidemokratische Entwicklungen. Zuletzt sind von ihm bei Tropen erschienen: Tod auf der Donau (2012), Troll (2018) und Tahiti Utopia (2021). Am 16. März erscheint beim Berliner Verlag Tropen sein erstes Sachbuch: Dissident (2026).

Foto: Michal Hvorecký