Man Has Emerged Triumphant: Jan Medlen’s Arena
Ein Projekt von Matej Gavula und Jonáš Gruska

6. Februar – 27. März 2026
Bratislava

Diese tranzit.sk-Ausstellung untersucht die Erdölförderung in der Region Záhorie in der Westslowakei – damals, eine scheinbar trostlose Landschaft rund um die Stadt Malacky, gekennzeichnet durch die »donkeys« in den Ölfeldern. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehen die Geschichte und die mögliche Zukunft einer auf Extraktion aufgebauten Gesellschaft ebenso wie ein kreativer und neugieriger Mann, der – noch vor den »Eseln« – mit der Essenz aus den Eingeweiden der Erde arbeitete: Ján Medlen, ein homo faber aus dem Ort Gbely.

Eröffung: 6. Februar 2026, 18:00

Ort: tranzit.sk, Beskydská 12, Bratislava

Der Beginn der Erdölbohrungen in der Region Záhorie. Foto: Gbely – The City and Oil Industry Exposition

Ján Medlen vermied Ecken und Winkel. Seiner Ansicht nach konzentriert sich dort negative Energie. Er bevorzugte Kreise und Blasen, Organisches und Fließendes, Grenzenloses. Auf diese Art wurde er zum Architekt. Fruchtbaren Boden tauschte er gegen Feuchtgebiete ein, die in Bewegung seien, wie ein eigenes Element. Er entdeckte aus dem Boden austretendes Gas und hatte keine Scheu, damit zu arbeiten. Unter dem Boden lag das Erdöl, das der Staat (an) sich nahm und zur Versorgung der Kriegsmaschinerie nutzte. Bis heute ist Erdöl Zündstoff und Treibstoff militärischer Konflikte.

Klang spielt in der Ausstellung eine zentrale Rolle: Das Saugen und die Bewegung von einer Höhlung zur nächsten prägen die Architektur der Ausstellung. Das Fass wird zu Medlens Rotunde, und Beton- und Bronzegüsse fungieren als Allegorien fossilierter Form und Dichte.

Ester Mládenková, Atelier Meter (Monika Juríková, Peter Pozník)

Matej Gavula absolvierte das »Studio of Glass« der Hochschule für Bildende Künste Bratislava. Er arbeitet vor allem mit Skulptur, aber auch mit Fotografie, Video und Performance und war zudem an Ausstellungsarchitektur und Szenografie beteiligt. Neben seiner Ausstellungstätigkeit forscht er zur Skulptur der 1970er- und 1980er-Jahre und zu deren Wirkung im öffentlichen Raum, insbesondere im Hinblick auf ihre Verbindung zur Architektur. Derzeit leitet er das »Studio of Free Sculpture« an der Hochschule für Bildende Künste Bratislava.

Jonáš Gruska ist ein multidisziplinärer Künstler, der sich vor allem mit auditiven Phänomenen, Psychoakustik und Klang jenseits unseres Hörbereichs beschäftigt. Er ist Autor von dutzenden Klanginstallationen, ortsspezifischen Performances und Konzerten. Jonáš ist Gründer von LOM – Label für experimentelle Musik, Kulturort und Instrumentenbauwerkstatt.

Titelbild: Gbely – The City and Oil Industry Exposition