Event
9. Mai 2026
Lesezeit: 4'
Mehr als 20 Jahre tranzit.org
Mit Paul B. Preciado und Doris Uhlich am Eröffnungswochenende der Biennale von Venedig 2026
9. Mai 2026, 12:30
Im Restaurant Paradiso, Castello, 1260 Giardini della Biennale, 30122 Venedig, Italien
Die Tagesveranstaltung findet am Samstag, dem 9. Mai 2026, im legendären Restaurant »In Paradiso« in den Giardini della Biennale in Venedig statt und umfasst eine Performance der renommierten österreichischen Künstlerin Doris Uhlich sowie eine Diskussion zwischen dem Philosophen und Autor Paul B. Preciado, dem Leiter von tranzit.at, Georg Schöllhammer, und Tereza Stejskalová, der Direktorin von tranzit.cz. Die Veranstaltung feiert die Veröffentlichung der Anthologie »tranzit 20+«, die die ersten zwei Jahrzehnte des tranzit.org Netzwerks von Initiativen in Wien, Prag, Budapest, Cluj, Iași, Bukarest und Bratislava dokumentiert.
Paul B. Preciado wird mit Tereza Stejskalová und Georg Schöllhammer über die Dringlichkeiten der Gegenwart sprechen – über Körper, Institutionen und die Bedingungen, unter denen Wissen und Freiheit noch erzeugt werden können.
Doris Uhlich präsentiert »La/goo/n«, eine Performance, in der körperliche Grenzen fließend werden und assoziative Räume für andere Lebensformen eröffnen. Zwischen Faszination und Unbehagen, Empathie und Abscheu bewegend, lädt das Werk das Publikum ein, sich frei durch ein sich wandelndes Feld skulpturaler, landschaftlicher und prozessualer Intensitäten zu bewegen.

Eingebettet in den dichten öffentlichen Raum der Biennale bietet die Veranstaltung einen temporären Raum der Aufmerksamkeit und des Austauschs – einen Resonanzraum für Praktiken, die sich seit langem am Rande entfalten. Zwischen Diskurs und Verkörperung, Reflexion und Geste verbindet sie lokale Kämpfe mit übergeordneten globalen Bedingungen, die von reaktionären Wendungen, Ausgrenzung und neuen Formen der Kontrolle geprägt sind, und öffnet sich gleichzeitig möglichen Zukünften, die auf Solidarität gründe
Doris Uhlich ist eine in Wien lebende Choreografin und Performerin. In ihren Produktionen hinterfragt sie häufig konventionelle Formate und Körperbilder, arbeitet mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und körperlicher Prägung zusammen, lotet das Potenzial von Nacktheit jenseits von Erotisierung und Provokation aus, beleuchtet die Beziehung zwischen Mensch und Maschine auf vielfältige Weise und setzt sich mit der Zukunft des menschlichen Körpers im Zeitalter chirurgischer und genetischer Verbesserungen auseinander.
Paul B. Preciado ist Autor der Bücher »An Apartment on Uranus«, »Counter-Sexual Manifesto«, »Testo Junkie: Sex, Drugs, and Biopolitics« und »Pornotopia«, für das er in Frankreich mit dem Sade-Preis ausgezeichnet wurde. Von 2011 bis 2014 war er Forschungsleiter am Museum für zeitgenössische Kunst in Barcelona (MACBA) und Direktor des dortigen Independent Studies Program (PEI). Von 2014 bis 2017 war er Kurator für öffentliche Programme der documenta 14.
Georg Schöllhammer ist Herausgeber, Autor und Kurator und lebt in Wien. Er ist Gründungsherausgeber von springerin und Leiter von tranzit.at. Schöllhammer hat international an Projekten wie der documenta 12, der Manifesta 8, der Biennale von Venedig, der Gyumri-Biennale, The School of Kyiv, Sweet Sixties, L’internationale, Former West und der Vienna Fair mitgewirkt und Office Ukraine ins Leben gerufen. Er ist Gründer der Július-Koller-Gesellschaft.
Tereza Stejskalová ist Kuratorin und Forscherin und lebt in Prag, Tschechien. Sie ist Direktorin von tranzit.cz und Mitbegründerin der Biennale Matter of Art. Von 2018 bis 2022 war sie als Forscherin und Dozentin an der Akademie für darstellende Künste in Prag tätig. Im Jahr 2017 initiierte sie die Feminist Art Institution, einen Zusammenschluss kultureller Institutionen in der Tschechischen Republik und der Slowakei, die durch einen Verhaltenskodex verbunden sind.
Program
12:30 Einlass
13:00 Buchvorstellung »tranzit 20+«
13:15 Paul B. Preciado im Gespräch mit Tereza Stejskalová und Georg Schöllhammer
14:00 La/goo/n – Eine Performance von Doris Uhlich
14:30 Ende der Veranstaltung
Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, die Teilnehmerzahl ist jedoch begrenzt.
Anlässlich seines zwanzigjährigen Bestehens steht tranzit.org für ein anhaltendes Engagement für ortsbezogene Wissensproduktion und unabhängige Kulturarbeit in Mittel- und Osteuropa: kleine, selbstorganisierte Strukturen, die sich nationalistischer Abschottung widersetzen, kritisches künstlerisches Schaffen fördern und durch Fürsorge, Wissensaustausch und langfristige Zusammenarbeit transnationale Bündnisse schmieden. Das Jubiläum ist keine Retrospektive, sondern eine Einladung, weiterzumachen.
Die Reihe der Buchvorstellungen zu »tranzit 20+« wird bis 2026 in Budapest (29. April), Prag (12. Juni), Bratislava (16. Oktober), Cluj, Bukarest, Iași (22.–27. Juli) und Wien (4. Dezember) fortgesetzt.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Titelbild: Restaurant In Paradiso, Castello, Biennale-Gärten, Venedig (c) Venice News