Event
17. April 2026
Lesezeit: 3'
Turning Point or Breaking Point?
Political Salon mit Francis Fukuyama
17. April 2026, 18:30 – 20:00
Wien Museum
Francis Fukuyamas Behauptung, dass die liberale Demokratie die letzte und bestmögliche Stufe der politischen Entwicklung der Menschheit markiere, erforderte sowohl intellektuelle Weitsicht als auch Mut – zumal sie vor dem triumphalen Moment des Endes des Kalten Krieges formuliert wurde. Ein Vierteljahrhundert später jedoch scheint die vom Westen geführte liberaldemokratische Ordnung zu zerfallen. Zugleich wirken potenzielle systemische Alternativen weder innovativ noch überlegen, was Fukuyamas viel diskutierter Position eine paradoxe Aktualität verleiht.
Im Einklang mit seiner Tradition, anspruchsvolle Debatten auszurichten, begrüßt der nächste Political Salon Francis Fukuyama als Gastredner. Gemeinsam mit einem Panel von Co‑Hosts Andreas Treichl – ERSTE Stiftung, Christian Ultsch – Die Presse und Ivan Krastev – IWM Permanent Fellow wird Fukuyama einige der umstrittensten Fragen der gegenwärtigen Politik und Ökonomie diskutieren.
Was hat den Vertrauensverlust in traditionelle Institutionen vorangetrieben und den populistischen Aufschwung nach 2016 befeuert? Kann das westliche Bündnis dem kombinierten Druck der russischen Aggression gegen die Ukraine sowie »Spezialoperationen« in Regionen wie Venezuela und Iran standhalten? Können die US‑Institutionen – insbesondere Bürokratie, Justiz und Medien – der MAGA-Herausforderung widerstehen? Kurz: Erlebt die aktuelle Weltordnung lediglich eine Neuordnung, oder zerfällt sie vollständig?
Francis Fukuyama ist ein US‑amerikanischer Politikwissenschaftler, politischer Ökonom und öffentlicher Intellektueller, bekannt für seine einflussreichen Arbeiten zur Entwicklung und Zukunft der liberalen Demokratie. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er erstmals mit seinem Essay von 1989, den er später zum Buch The End of History and the Last Man (Free Press, 1992) ausarbeitete. In seinen späteren Werken widmete er sich Themen wie Staatsaufbau, Governance, Identität und politischem Verfall. Zu seinen bedeutenden Büchern zählen Trust: The Social Virtues and the Creation of Prosperity (Free Press, 1995), Political Order and Political Decay (Farrar, Straus and Giroux, 2014) sowie Identity: The Demand for Dignity and the Politics of Resentment (Farrar, Straus and Giroux, 2018). Fukuyama ist Professor an der Stanford University und Europe’s Futures Fellow des IWM und der ERSTE Stiftung.
Das Gespräch findet in englischer Sprache statt. Wir bitten Sie, sich vorab über folgenden Link anzumelden: Kalender – 17. April 2026 – A Political Salon with Francis Fukuyama – WIEN MUSEUM. Bitte beachten Sie, dass die Plätze begrenzt sind und nach dem Prinzip »first come, first served« vergeben werden. Die Veranstaltung dauert etwa 90 Minuten und ist kostenlos. Treffpunkt ist der Veranstaltungsraum im 3. Obergeschoss.
Das Programm wird in Zusammenarbeit mit dem IWM, Die Presse, der ERSTE Stiftung und dem Wien Museum präsentiert.
Titelbild: Francis Fukuyama, fotografiert von Marcel Billaudet.