Life, Death, Love and Justice

Ausstellung tranzit.sk

Von

08/06/21

Bis

15/10/21

KünstlerInnen: Amel Alzakout & Khaled Abdulwahed, Babi Badalov, Savaş Boyraz, Harun Farocki, Forensic Architecture, Ladislava Gažiová, Jasper Kettner & İbrahim Arslan, Denis Kozerawski, Anike Joyce Sadiq, Hale Tenger, Rojda Tuğrul, István Zsíros

Kuratiert von: Didem Yazıcı, Peter Sit

8. Juni – 15. Oktober 2021
Sommerpause: 17. Juli – 1. September
Ausstellungseröffnung: 8. Juni 2021, 17 bis 20 Uhr
Eröffnungsrede der Kuratoren: 18 Uhr

We are each others sisters’ and brothers’ keepers; no one is an island or ever has been. Every person, animal, plant or stone is interconnected in a life-death symbiosis. We are each responsible for what is happening down the street, south of the border or across the sea. And those of us who have more political power, more money, or more spiritual energies must give or exchange with those who don’t have these energies but may have other things to give.”

Gloria Anzaldúa 1942– 2004

Überall auf der Welt betrachten Menschen, die soziales, ökologisches oder politisches Unrecht erfahren, das Leben, den Tod, die Liebe und die Gerechtigkeit als wesentlichen Bestandteil ihres Alltags. Ungerechtigkeiten ereignen sich an vielen verschiedenen Orten, wie in einem Wald, in einem Haus, an einem Arbeitsplatz, am Meer, einem Bahnhof, einer Straße, in einem Flüchtlingslager, einem Kriegsgebiet oder in einem Gefängnis; und sie werden in vielen verschiedenen Formen einschließlich Worten, (bewegten) Bildern und Ton ausgedrückt. Solche Ereignisse schaffen seit Jahrhunderten einen Raum für Veränderung und Revolte. Die letzten Jahre verliefen jedoch nicht wie die, die wir zuvor kannten. Widersprüche und globale Ungleichheiten sind deutlicher geworden, da jeder auf der Welt durch eine globale Pandemie unvorbereitet erwischt wurde. In einer unvorhersehbaren Schwebesituation wie dieser denken wir Menschen, egal wer wir sind und wo wir sind, mehr denn je über Leben, Tod, Liebe und Gerechtigkeit nach.

Ausstellungsposter, tranzit.sk

Der Titel der Ausstellung teilt ihren Namen mit einer poetischen Klanginstallation der Istanbuler Künstlerin Hale Tenger namens Life, Death, Love and Justice (2018), inspiriert von einem anatolischen Idiom „The water finds its crack“ sowie Eduardo Kohns Buch „How Forests Think: Toward an Anthropology Beyond the Human”. Die meditative Klanginstallation von Tenger schafft innerhalb der Ausstellung einen Erfahrungsraum, in dem man die existenziellen Fragen, die durch das Flüstern einer Frau vokalisiert werden, betrachten kann. Diese Arbeit ist zu einem mentalen Raum geworden, einem Ausgangspunkt der Ausstellung.

Denis Kozerawski, Tränen der Sonne auf der Erde, Textildruck, 2019.

Die Themen Leben, Tod, Liebe und (die Suche nach) Gerechtigkeit sind überall vorhanden: in der Natur, über Grenzen hinweg und sogar im Krieg und (insbesondere) in allen Formen von Konflikten. Die in der Ausstellung vorgestellten KünstlerInnen untersuchen diese lebenswichtigen Begriffe anhand ihrer eigenen Konflikte, zusammen mit denen ihrer Verbündeten und Freunde. Als filmischer Essay, Portraitfotografie-Serie, kollektiv verfasstes Buch, Zeichnung als Dokumentation oder poetische Klangübung basieren all diese Kunstwerke auf persönlichen Geschichten, Zeugnissen, Recherche- und Forschungsprojekten. Sie erstellen auf subtile Weise eine Landkarte, die es uns ermöglicht, uns in Krisenzeiten zu orientieren und Empathie auszudrücken. Es mag den Anschein haben, dass diese Probleme und Themen in unserer Umgebung nicht vorhanden sind, sondern Probleme sind, die „woanders hingehören“. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Überall auf der Welt erleben wir tief verwurzelte und anhaltende strukturelle Gewalt, Rassismus und Intoleranz gegenüber allen unterprivilegierten Menschen. Vielleicht kommt ein Moment, in dem in der Slowakei eine Roma Lives Matter-Bewegung entsteht.

Öffnungszeiten
Dienstag – Freitag, 14 – 18 Uhr
Sommerpause: 17. Juli – 1. September

Mehr Informationen: tranzit.sk

Titelbild: Amel Alzakout & Khaled Abdulwahed, Purple Sea, film, 67’, 2020 © pong Film GmbH

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