Event
25. Februar 2026
Lesezeit: 3'
Künstlerische Praxis in Zeiten des Krieges
Podiumsdiskussion
25. Februar 2026, 19:00
Wien
Was bedeutet es während eines andauernden Krieges zu sprechen, zu schreiben und zu künstlerisch zu arbeiten? Kunsttheoretiker:innen und Künstler:innen untersuchen an diesem Abend die ethischen Implikationen kultureller Diskurse in Zeiten fortdauernder Konflikte: Sie hinterfragen die Limitationen der Interpretation, Repräsentation und kritischer Distanz. Die Teilnehmer:innen der Diskussion gehen der Frage nach, wie künstlerische, theoretische und öffentliche Diskursformen mit Gewalt, Verantwortung und gelebten Realitäten umgehen können, ohne diese zu vereinfachen oder auf stereotype bzw. von außen auferlegte Narrative zu reduzieren.
Nikolay Karabynovych (1988, Odesa, Ukraine) ist ein Künstler, der mit Medien wie Video, Performance, Sound und Skulptur arbeitet. Er erforscht die Sozialgeschichte Osteuropas und nähert sich kollektiven wie persönlichen Erinnerungen mit analytischen, konzeptuellen und interventionistischen Strategien. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Institutionen gezeigt, darunter M HKA, Antwerpen; Haus der Kulturen der Welt, Berlin; Jüdisches Museum von Belgien, Brüssel; Bozar, Brüssel; Pinchuk Art Center, Kyjiw. Zudem nahm er u. a. am steirischen herbst (2024), an der Kaunas Biennale (2023) sowie an der Kyiv Biennale (2021, 2023) teil. Er lebt in Amsterdam.
Katia Denysova ist Kunsthistorikerin und Kuratorin und spezialisiert sich dabei auf die ukrainischen Moderne. Sie promovierte 2024 am Courtauld Institute of Art in London. Katia ist Co-Kuratorin der Wanderausstellung »In the Eye of the Storm: Modernism in Ukraine, 1900–1930s« (Gewinnerin des Apollo Exhibition of the Year Award 2023) sowie mitwirkende Co-Herausgeberin des begleitenden Katalogs, der 2022 bei Thames & Hudson erschienen ist. Sie ist Postdoktorandin an der Universität Tübingen, wo sie ein von der Getty Foundation im Rahmen des Programms Connecting Art Histories gefördertes Forschungsprojekt zu Abstraktion in Ostmitteleuropa mitleitet. 2025 war sie URIS-Stipendiatin (Ukrainian Research in Switzerland) an der Universität Basel und ist derzeit Lesia-Ukraїnka Junior Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien.
Georg Schöllhammer ist Chefredakteur von springerin – Hefte für Gegenwartskunst, seit 2004 leitet er tranzit.at und er ist einer der Initiator:innen von Office Ukraine. Er hat an internationalen Projekten wie der documenta, Manifesta, den Biennalen von Venedig, São Paulo und Gyumri sowie an The School of Kyiv 2015 und der Kyiv Biennial 2023 und 2025 mitgewirkt. Er lebt in Wien.
Asia Bazdyrieva ist Wissenschaftlerin und Autori. In ihrer Arbeit untersucht sie das Verhältnis von Sprache und Territorium. Mit einem Hintergrund in Kunstgeschichte und analytischer Chemie analysiert sie, wie Umwelten durch Vermittlungsprozesse hervorgebracht werden, in denen sich ästhetische Regime, Macht und Technopolitik verschränken. Sie untersucht die materiellen Konsequenzen dieser Prozesse für Körper und Landschaften und artikuliert zugleich die Formen des Widerstands, die diesen eingeschrieben sind. Bazdyrieva ist Forscherin am Weibel Institut für digitale Kulturen der Universität für angewandte Kunst Wien und Mitglied des Advisory Boards des transmediale-Festivals in Berlin.
Moderation: Anastasiia Diachenko, Office Ukraine Wien
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Veranstaltungsort: Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Die Veranstaltung findet in Kooperation von Office Ukraine und Depot. Kunst und Diskussion statt.
Titelbild: Nikolay Karabynovych