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Extending the Dialogue

Herausgeber/innen: Urška Jurman, Christiane Erharter, Rawley Grau
Verlag: Igor Zabel Association for Culture and Theory, Ljubljana; Archive Books, Berlin, ERSTE Stiftung, Wien
Inhalt: 416 Seiten
ISBN: 978-3-943620-52-8
Jahr: 2016

Essays von Igor-Zabel-PreisträgerInnen, -StipendiatInnen und -Jurymitgliedern, 2008-2014

Die AutorInnen kommen aus zwölf verschiedenen Ländern und vertreten unterschiedliche Disziplinen und Interessen: Sie sind KunsthistorikerInnen, PhilosophInnen, KulturtheoretikerInnen und -aktivistInnen, KritikerInnen, KuratorInnen und DichterInnen, wobei die meisten von ihnen in zwei oder drei dieser Kategorien fallen. Alle haben wichtige Beiträge zur zeitgenössischen Kunst- und Kulturproduktion, zum kunsthistorischen Schreiben und kritischen Denken innerhalb und manchmal weit über jene Region hinaus geleistet, die früher nicht ganz unproblematisch „Osteuropa“ genannt wurde.

Und sie alle sind entweder PreisträgerInnen oder StipendiatInnen des renommierten Igor-Zabel-Preises für Kultur und Theorie oder gehörten dessen Jury an. Der nach dem bedeutenden slowenischen Kurator und Kunsthistoriker Igor Zabel (1958-2005) benannte Preis würdigt herausragende kulturelle Leistungen von Menschen, die sich der Vertiefung und Erweiterung unseres Wissens über bildende Kunst und Kultur in Mittel-, Ost- und Südosteuropa verschrieben haben.

Das Buch bietet somit eine Sammlung von Dringlichkeiten und Handlungsbedarfen aus den Bereichen Kunstgeschichte, Schreiben in der Kunst sowie Kunst- und Kulturproduktion aus allen Teilen dieser kulturellen und politischen Landschaft. Es gibt einen Überblick über die dringlichen Fragen, die die AutorInnen zu ihren wissenschaftlichen, kuratorischen und kulturellen Beiträgen anregen und zeichnet damit ein referenzielles, wenn auch bruchstückhaftes und unvollständiges Bild der aktuellen Situation von Kunst und Kultur in der Region.

In Anbetracht der unterschiedlichen Hintergründe der AutorInnen kommt in ihren Texten eine Vielzahl von Anliegen und Ansätzen zum Ausdruck, wiewohl bestimmte Gruppierungen erkennbar sind. Die erste dieser Gruppierungen widmet sich kunsthistorischen und kunsttheoretischen Themen aus einer geopolitischen Perspektive. Die Frage nach dem Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie beim Schreiben über mittel- und osteuropäische Kunst wird durch Perspektiven aus anderen „Peripherien“ weiter angereichert, wobei feministische, postkoloniale und Minderheitenpositionen als Nährboden für das Schreiben über Kunst, Kunstgeschichte und Kunstvermittlung kritisch hinterfragt werden. Die zweite (und größte) Gruppierung befasst sich mit spezifischen Phänomenen der Kunst von den 1960ern bis heute. Mehrere AutorInnen wenden dabei horizontal vergleichende kunsthistorische Methoden an, um die osteuropäische Kunst im globalen Kontext neu zu positionieren. Zu den wichtigen Themen, die hier aufgegriffen werden, zählen Umweltbelange und – da viele der besprochenen Kunstwerke als ephemere Arbeiten entstanden – das künstlerische und performative Potenzial von Dokumentationen und Archiven. Andere AutorInnen befassen sich mit den Bedingungen der zeitgenössischen Kulturproduktion und der Rolle von Kulturinstitutionen in der Region. Die dritte Gruppierung beschäftigt sich mit dem Schnittfeld von Politik und Kunst, insbesondere mit dem (utopischen) Erbe von Revolution, Sozialismus und Kommunismus in der Region.

Im Jahr 2008, als der erste Igor-Zabel-Preis verliehen wurde, brachten die Igor Zabel Association und die ERSTE Stiftung das Buch Continuing Dialogues: A Tribute to Igor Zabel. heraus. Das nun vorliegende Buch trägt den Titel Extending the Dialogue – nicht nur, weil es in gewisser Hinsicht eine Fortsetzung der ersten Veröffentlichung ist, sondern auch, weil die darin enthaltenen Texte Themen behandeln und Ansichten bieten, die weit über lokale und regionale Belange hinausreichen.

Diese Publikation ist in der ERSTE Stiftung Bibliothek verfügbar.