Biennale Ve věci umění / Matter of Art

Pojď blíž / Come Closer

Von

22/07/20

Bis

15/11/20

Die erste Ausgabe der Biennale Ve věci umění / Matter of Art 2020 (VVUMOA) findet vom 22. Juli bis 15. November 2020 in Prag statt und beleuchtet Themen wie Zuwendung, Empathie und Intimität mit Hinblick auf Rassen-, Klassen-, Kultur- und Geschlechterunterschiede. Die Eröffnung findet am 21. Juli statt.

Kuratiert wird die VVUMOA 2020 von der Programmdirektorin von tranzit.cz Tereza Stejskalová und dem Kurator und Kunsttheoretiker Vít Havránek. Ziel des in Zusammenarbeit mit der Galerie der Hauptstadt Prag (GHMP) entwickelten Projekts ist es, einen inklusiven Raum für Begegnungen und Diskussionen zu schaffen, der Menschen aus allen Teilen unserer heutigen polarisierten Gesellschaft zusammenführt.

Das von tranzit.cz und der Galerie der Hauptstadt Prag organisierte Projekt beinhaltet die internationale Ausstellung Come Closer, die von Tereza Stejskalová und Vít Havránek kuratiert wird. Die beiden sind auch Herausgeber der Publikation Come Closer: The Biennale Reader, die zeitgleich mit der Biennale veröffentlicht und international von Sternberg Press vertrieben wird. Dieser Band ist die jüngste Veröffentlichung aus dem umfangreichen Publikationsprogramm von tranzit.cz, das auch tschechische Übersetzungen von Büchern von Didier Eribon, Carla Lonzi, Chris Kraus, Nicolas Bourriaud, Bruno Latour, Slavoj Žižek und Frantz Fanon umfasst.

Unter den 40 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern sind Candice Breitz, Karol Radziszewski, Sung Tieu, Róbert Gabriš, Taring Padi, Anna Kravets, Alina Kopytsa, Tuan Mami, Volodymyr Kuznetsov, Eric Baudelaire, Lucy Beech, Alžběta Bačíková, Otty Widasari & Hafiz, Jiří Žák und das Institute of Anxiety. Knapp ein Dutzend der Künstlerinnen und Künstler produzierten Auftragsarbeiten für die Biennale.

Um Kunst generell allen zugänglich zu machen, verfügen alle Veranstaltungsorte der Biennale über barrierefreie Zugänge. Der freie Eintritt gilt sowohl für die Ausstellung als auch für sämtliche Veranstaltungen des umfangreichen Live- und Rahmenprogramms.

Veranstaltungsorte

Prague City Gallery Stadtbibliothek, 2. Stock Mariánské náměstí 98/1 110 00 Prag

Die Prager Stadtbibliothek am Marienplatz wurde in den Jahren 1925 bis 1928 nach Plänen des Architekten František Roith, eines Schülers des Professors der Wiener Akademie und bedeutenden Architekten Otto Wagner, erbaut. Das Gebäude war als Kulturhaus mit einer Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten, etwa für Ausstellungen, Vorträge und Konzerte, konzipiert. Die Gebäudearchitektur basiert auf einem eher rationalen Grundriss und einem schlichten Materialarrangement. Die weitläufigen Ausstellungsräumlichkeiten im zweiten Obergeschoss wurden 1992 von der Galerie der Hauptstadt Prag erworben, in der Folge komplett renoviert und sind heute Schauplatz repräsentativer Prager Ausstellungen. Zu den Adaptierungsarbeiten zählt auch die neue künstlerische Gestaltung des Haupteingangs der Galerie in der Valentinská-Straße, die 1996 vom Architekten Vlado Milunič entworfen wurde.

The Prague Market Bubenské nábřeží 306 170 00 Prag

Das denkmalgeschützte Areal des Prager Markts, ein ehemaliger Fleischverarbeitungsbetrieb, befindet sich im Stadtteil Holešovice, der durch seine industrielle Geschichte geprägt ist. Der Komplex wurde in den Jahren 1893 bis 1895 nach dem Entwurf des Architekten Josef Srdínek im Neorenaissance- und Jugendstil als zentraler Schlachthof der Königsstadt Prag errichtet. Seit 1983 dient das Areal als Markt und wird nun erneut saniert und um Geschäfte, Galerien, Kulturstätten und einen Gastronomiebereich erweitert.

DBK Shopping Center Budějovická 1667 140 00 Prag

Das DBK wurde 1981 als „Dům bytové kultury“ (Haus der Wohnkultur) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das achtstöckige Gebäude ist ein Entwurf der Architektin Věra Machoninová und besticht nicht allein durch seine Form, sondern auch durch die verwendeten Materialien, wie den wetterfesten Baustahl Atmofix, Aluminium und Beton. Teil des Entwurfs sind auch mehrere Kunstinstallationen, wie etwa ein rundgeformtes Ornament aus Beton. Das in mehreren Phasen umgebaute Gebäude diente verschiedenen Zwecken – Anfang der 1990er-Jahre wurde dort die erste tschechoslowakische IKEA-Filiale eröffnet, später wurde es als Kaufhaus Prior bekannt. Im Jahr 2006 wurden im Zuge von Sanierungsarbeiten die Einkaufsflächen modernisiert, die Technik aufgerüstet und barrierefreie Zugänge geschaffen. Im selben Jahr bekam das Gebäude auch wieder seinen ursprünglichen Namen DBK.

Künstlerinnen und Künstler

Adriena Šimotová, Alena Kučerová, Alice Nikitinová, Alina Kopytsa, Allan Elgart, Alžběta Bačíková, Anna Kravets, Antanas Sutkus, Atelier of Irreversible Change, Bohumila Doleželová, Candice Breitz, Elisabeth Subrin, Eric Baudelaire, Eva Springerová, Hafiz, Institute of Anxiety, Isabela Grosseová & Jesper Alvaer, Iza Pavlina, Jean-Charles de Quillacq, Jirka Skála, Jiří Žák, Karol Radziszewski, Krešimir Golik , Lucy Beech, Marina Abramović, Naděžda Plíšková, Olga Čechová, Otty Widasari, Pauline Boudry & Renate Lorenz, Ragnar Kjartansson, Raša Todosijević, Renato Guttuso, Róbert Gabriš, Sung Tieu, Taring Padi, Thomas Hirschhorn, Tuan Mami, Věra Merhautová, Viola Ježková, Volodymyr Kuznetsov.

Kuratorinnen und Kuratoren

Tereza Stejskalová (*1981) ist Kritikerin und Kuratorin und war von 2012 bis 2015 als Kunstredakteurin des vierzehntäglich erscheinenden Kulturmagazins A2 tätig. Sie ist Mitbegründerin der Online-Tagesnachrichtenseite A2larm. Seit 2015 ist sie Kuratorin bei tranzit.cz, 2019 wurde sie zur Programmdirektorin ernannt. Stejskalová hat zahlreiche Texte für Bücher, Kataloge, Kunstmagazine und Websites verfasst. Ihre kuratorischen/künstlerischen Projekte präsentierte sie in der Nationalgalerie Prag; im Framer Framed, Amsterdam; im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin; auf der Biennale Warszawa und der Gwangju Biennale. Gemeinsam mit Barbora Kleinhamplová veröffentlichte sie einen Interviewband mit dem Titel Who is an Artist? (2015). Im Jahr 2014 wurde sie mit dem Věra-Jirousová-Preis für etablierte Kunstkritikerinnen und -kritiker ausgezeichnet. Stejskalová ist Dozentin für zeitgenössische Kunst an der FAMU in Prag.

Vít Havránek (*1971) ist Autor und Kurator und derzeit Vizedekan an der Akademie der bildenden Künste in Prag. Nach seiner Tätigkeit als Kurator an der Galerie der Hauptstadt Prag und der Nationalgalerie Prag war er von 2002 bis 2018 Direktor der Initiative für zeitgenössische Kunst tranzit.cz. Er kuratierte und kokuratierte Ausstellungen in verschiedenen Institutionen, zuletzt Dead and Alive – 9th Triennial of Contemporary Art U3, MG+MSUM, Ljubljana; Jakarta Biennale 2017; Muzeum Sztuki, Lodz; VOX, Montréal; New Museum HUB, New York; Steirischer Herbst, Graz; Manifesta 8, Centro Cultural de Montehermoso, Murcia; Espace Electra Paris, pas Prague u.a. Gemeinsam mit Künstlern, Co-Editoren und JRP Ringier hat Havránek Bücher und Kataloge (mit)herausgegeben, darunter Pictorial Atlas of a Girl Who Cut a Library into Pieces (mit Eva Koťátková, 2016); The Czech Files (mit H.U. Obrist, 2014); Atlas of Transformation (2010); Autobiographies (2006); The Need to Document (2005); Lanterna Magika (2002); und Action, Word, Movement, Space (1999). Seine Texte erschienen in Art and Theory of Post-1989 Central and Eastern Europe: A Critical AnthologyInvisible AdversariesGreen Room, Promesses du passé, Voids: A Retrospective sowie in Kunstzeitschriften.


Die Biennale Ve věci umění / Matter of Art (VVUMOA) wird von tranzit.cz in Zusammenarbeit mit der Galerie hlavního města Prahy / Galerie der Hauptstadt Prag organisiert. Die ERSTE Stiftung ist Hauptpartnerin von tranzit.

Das Projekt knüpft an die Aktivitäten der Initiative tranzit.cz an, die als Teil des 2002 gegründeten und in Österreich, der Tschechischen Republik, Ungarn, der Slowakischen Republik und Rumänien unabhängig agierenden Netzwerks tranzit.org die tschechische Kunstszene maßgeblich beeinflusst hat. Im Laufe seines Bestehens hat sich tranzit.cz an zahlreichen internationalen Projekten und Ausstellungen im Rahmen von tranzit.org beteiligt, wie etwa Monument to Transformation 1989 – 2009; Manifesta 8; Report on the Construction of a Spaceship Module u.a. Darüber hinaus ist die VVUMOA gemeinsam mit der OFF-Biennale in Budapest, dem Visual Culture Research Center / Kyiv Biennial in Kiew und der Biennale Warszawa Gründungsmitglied der East European Biennale Alliance.

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