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Catarina Simão – UHURU. STAMP. GENEALOGY. ANATOMY.

Autoren: Daniel Grúň et al.
Verlag: APART LABEL / tranzit.sk, Bratislava
Inhalt: 93 Seiten
Jahr: 2015

Das Konzept des Buches basiert darauf, dass Filmbilder auf neuen Bedeutungsebenen interpretiert werden. Bilder und Texte dokumentieren die Suche nach der ursprünglichen, unzensierten Version des Films Mueda, Memória e Massacre (Ruy Guerra, 1979). Sie gehen dem Geheimnis der Kulturproduktion und ideologischen Kontrolle auf den Grund. Der Titel UHURU entstammt der Sprache Swahili und bedeutet „Freiheit“.

Das Buch entspricht dem Wunsch nach einem umfassenderen Verständnis der Uhuru-Ausstellung (tranzit.sk, 26. März – 16. Mai 2015, kuratiert von Daniel Grúň), obwohl es sich nicht um einen Bildband handelt: Das Buch UHURU ist ein eigenständiges künstlerisches Werk. Zwar sind die Elemente der Schau im Buch enthalten, laden jedoch zu einer anderen Art der Auseinandersetzung ein. Mit den im Buch präsentierten Essays werden die Forschungsansätze durch Beiträge von Licínio de Azevedo, Daniel Grúň und der Künstlerin selbst sowie ein (erstmals veröffentlichtes) Interview mit Ruy Guerra ergänzt.

Ruy Guerra drehte seinen Film mit LaiendarstellerInnen und dem klaren dokumentarischen Ziel, die kollektive Erinnerung des Massakers vom 16. Juni 1960 in Form eines Schauspiels einzufangen. Der Ausschnitt zeigt die Aufzeichnung eines populären Stücks in der Provinz Mueda im Norden Mosambiks. Diese Episode gilt als das auslösende Ereignis des bewaffneten Widerstands der Bevölkerung Mosambiks gegen den portugiesischen Kolonialismus.

Catarina Simão setzt sich mit der Filmsprache in einer Weise auseinander, die Ebenen, die der Film selbst nicht anspricht, freilegt. Genau wie im Originalfilm zeigen sich die Elemente aus der direkten Lesart der „Wirklichkeit“.

Catarina Simão (geboren 1972) ist eine Künstlerin aus Lissabon, deren Arbeit auf langfristigen Forschungsprojekten aufbaut, im Rahmen derer sie sich in Kooperationspartnerschaften verschiedener Präsentationsformen, wie etwa Kunstinstallationen, Filmvorführungen, partizipative Workshops und Gespräche, bedient. Simão ist für ihre essayistischen Darstellungen bekannt, für die sie Dokumentationen, schriftliche Aufzeichnungen, Film- und Videomaterial über mosambikanische Filme und Bilder verwendet, die während des Kampfes gegen die portugiesische Kolonialherrschaft und nach der Unabhängigkeit entstanden sind. Ihre Arbeiten waren im Museum Serralves, auf der Biennale Manifesta 8, Africa.cont, im Reina-Sofia-Museum und anderen Kunstinstitutionen in ganz Europa und auch in Mosambik, den USA und im Libanon zu sehen. Im Mozambique Institute Project, ihrem jüngsten Projekt, geht es um Kino-Action und Bildung.

Diese Publikation ist in der ERSTE Stiftung Bibliothek verfügbar.