Kakanien – Neue Heimaten
Weh dem, der keine Heimat hat. Heimat ist, wo niemand war und je sein wird. Heimat ist die Übereinstimmung mit der kleinen Welt. Heimat ist zum Plural geworden. Heimat ist eine überaus paradoxe Idee. Heimat sind die Menschen, für die man Verantwortung trägt. Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat.
Man sieht, die Meinungen zum Thema „Heimat“ gehen auseinander – was sicher auch bei der nun fortgesetzten Kakanien-Reihe nicht anders sein wird. Ursprünglich Vielvölkermonarchie, dann Opfer bzw. Mitläufer gleich zweier verschiedener totalitärer Systeme in Folge, nach dem Mauerfall Brandherd ethnischer Konflikte, heute teils schon in die EU eingegliedert – das ist Kakanien.
Was erzählen uns Bewohner dieses eigentümlichen, ausufernden Raums? Was bedeutet Heimat für Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler? Sie beantworten die Frage ganz persönlich ihrem Gastgeber, einem Burgschauspieler. Gemeinsam wird im Laufe des Abends die jeweilige persönliche und literarische Heimat erforscht. Von bulgarischer Burlesque über ungarischen Hip-Hop bis hin zu istrischer Fischsuppe ist alles möglich. Jede Folge setzt dabei einen neuen literarischen und geographischen Schwerpunkt.
Nach der Auftaktveranstaltung mit Joachim Meyerhoff gestalten Philipp Hauß, Caroline Peters und Nicholas Ofczarek die nächsten Abende.
Folge 1: mit Miljenko Jergović und Joachim Meyerhoff
Am 29. März 2012 um 20 Uhr im Kasino

Joachim Meyerhoff gestaltet den Auftakt der Reihe als einen sehr persönlichen Abend: Der Burgschauspieler und Autor präsentiert einen eigens für diesen Anlass verfassten Text und spiegelt diesen am Heimatbegriff eines Autors aus dem kakanischen Raum. Dazu hat er den renommierten bosnisch-kroatischen Schriftsteller Miljenko Jergović (Sarajevo Marlboro, Buick Rivera, Das Walnusshaus, Freelander, Wolga, Wolga) eingeladen, und auch dieser wird einen neuen Text vorstellen. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem Fremden und Eigenen in der literarischen und persönlichen Heimat.


