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Traum und Wirklichkeit

Balkan Express: Albanien

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Das kommunistische Albanien unter Enver Hoxha war ein totalitärer Überwachungsstaat, der überall Feinde witterte. Es gab regelmäßige Säuberungen, die Todesstrafe fand Anwendung und es gab eine große Zahl politischer Gefangener. Tausende politischer Gegner und Antikommunisten wurden hingerichtet. Die Albaner hatten bis Mai 1990 kein Recht auf einen Reisepass.

Balkan Express

Balkan Express ist eine zehnteilige Dokumentationsreihe im Rahmen eines der erfolgreichsten TV-Projekte zu Südosteuropa in den letzten Jahren. Menschen, die vor Ort seit den 1990ern zur Weiterentwicklung ihrer Regionen beigetragen haben, beschreiben ihre aktuelle Lebenslage: Künstler, Anwälte, Journalisten, Aktivisten, Bürgermeister und Fußballspieler legen ihre Sichtweise auf die Geschichte dar.

Zwei Jahrzehnte später hat Albanien einen dramatischen Wandel hinter sich gebracht. Und doch werden wenige Länder so wenig verstanden wie diese Adriarepublik. Grundlose Gewalt, organisiertes Verbrechen, Menschenschmuggel, Blutrache und erdrückende Armut sind die Assoziationen, die als erstes mit diesem Land verbunden werden. Dies ist nicht nur auf die besondere Grausamkeit des Hoxha-Regimes zurückzuführen. Das erste postkommunistische Jahrzehnt hat ebenfalls für einen Gutteil negativer Bilder gesorgt, die in der Anarchie von 1997 gipfelten. Es ist dieses dunkle und schwere Erbe, das die Geschichte des jüngsten Wandels Albaniens umso bemerkenswerter macht.

„2002 waren wir an Weihnachten über die Feiertage alle zu Hause. Wir trafen uns in einem Cafe, nachdem wir alle mehrere Jahre im Ausland verbracht hatten. Irgendwann platzte die 1-Millionen-Dollar-Frage aus uns heraus: ‚Was stimmt mit diesem Land eigentlich nicht? Warum hat es sich in der Transformation verloren und warum wird es von inkompetenten Politikern geführt?‘ Unsere Verwandten schoben die Schuld auf 500 Jahre osmanischer Herrschaft, andere auf die Kommunisten. Doch uns war klar, dass wir in einigen Jahren selbst Kinder haben würden, und dass wir die Schuld für ihre kaputten Schulen und Krankenhäuser nicht auf die Türken und Kommunisten würden schieben können. Wir mussten bessere Antworten finden. Es musste etwas geben, das wir tun konnten.“

Erion Veliaj

Im Mittelpunkt des Films stehen gewöhnliche Menschen mit ihren eigenen Lösungen: in den Bergen Nordalbaniens, in den neuen Vororten von Tirana oder Bergarbeiter, die unter schweren Arbeitsbedingungen leiden. Der Film erzählt auch die Geschichte von MJAFT! („Genug!“), einer 2002 gegründeten Jugendorganisation, die schnell zu einer der meistvertrauten Institutionen des Landes avancierte. MJAFT! versucht, die Albaner aus ihrer Apathie aufzurütteln und eine Kultur friedlichen Protestes und bürgerschaftlichen Engagements zu etablieren. Dies ist in einem eindrucksvollen Ausmaß gelungen.


Albanien – Traum und Wirklichkeit

Dokumentation in voller Länge

„Ein faszinierendes Kaleidoskop von Einblicken.“

Die Zeit

Regie: Claudia Pöchlauer
Buch: Wolfgang Stickler
In Zusammenarbeit mit: Gerald Knaus
Idee & Konzept: Gerald Knaus, Martin Traxl, Knut Neumayer
Wissenschaftliche Recherche: Kristof Bender, Eggert Hardten, Verena Knaus, Alex Stiglmayer
Kamera: Walter Reichl
Ton: Rene Schuh
Schnitt: Tom Pohanka
Onlineschnitt: Christian Soppacher
Sounddesign: Raimund Sivetz
Sprecher: Karin Steger, Peter Faerber, Susanne Grohma
Musik: Andreas Fabianek, Georg Gratzer
Marketing & PR: Zlata Durakovic
Aufnahmeleitung: Elisa Spiropali
Produktionsleitung: Chimena Novohradsky
Produktion: Nikolaus Wisiak
Redaktion: Herbert Schaden
Gesamtleitung: Martin Traxl
Dank an MJAFT! und Erhard Busek, European Stability Pact


Return to Europe / Balkan Express

Balkan Express ist eine Koproduktion von pre tv, ORF/3sat und ORF. Initiiert von der ERSTE Stiftung, wurde die Serie ursprünglich in Zusammenarbeit mit der European Stability Initiative (ESI) produziert und vom Fernsehfonds Austria und CineStyria mitfinanziert. Das Konzept hinter Return to Europe wurde von ORF Kulturchef Martin Traxl erarbeitet, der auch als Supervising Producer aktiv war. Es basiert auf einer Idee von Gerald Knaus (ESI) und Knut Neumayer (ERSTE Stiftung), geschrieben von Wolfgang Stickler. Mit aussagekräftigen Bildern, vermitteln diese jeweils 52-minütigen Episoden eine neue Perspektive auf die Gegenwart und mögliche Zukunft der Region.

Eine zehnteilige Dokumenation (DVD-Box)
Balkan Express