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Aktivitäten

Kritischer Journalismus und freie Medien

Projekte für eine informierte und aufgeklärte Öffentlichkeit

1. Januar 2018

In den letzten Jahren haben sich bei vielen Menschen massive Zweifel an der Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Unabhängigkeit traditioneller Medien eingestellt. Über die Gründe wird kontrovers diskutiert.

Oft genannt werden die Möglichkeiten der individuellen Recherche in den neuen Medien, die polarisierenden Debatten in den sozialen Medien, die wirtschaftlichen Interessen von politiknahen Medienkonzernen ohne Qualitätsanspruch und nicht zuletzt die Diffamierungen von populistischen Gruppierungen und PolitikerInnen („Fake-News!“). Lange vor diesen Entwicklungen hat die ERSTE Stiftung bereits die Notwendigkeit zur Förderung von kritischem Journalismus erkannt und mit Partnern Stipendienprogramme ins Leben gerufen. In Zukunft werden wir unsere Aktivitäten jedoch nicht nur auf die Länder Südosteuropas richten, sondern uns verstärkt auch Zentral- und Osteuropa zuwenden.


Balkan Fellowship for Journalistic Excellence

Das Stipendienprogramm unterstützt seit 2007 investigativen Qualitätsjournalismus in Südosteuropa. Es wird von der ERSTE Stiftung und den Open Society Foundations in Kooperation mit dem Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) umgesetzt.

Vladimir Kostic berichtete 2017 in seiner investigativen Story im Rahmen des BFJE über dubiose Parteispenden im serbischen Wahlkampf. Die Sonderstaatsanwaltschaft in Mazedonien klärt, anders als in Serbien, ähnliche Fälle auf. Foto: © BIRN

Balkan Fellowship for Journalistic Excellence

 

 

 

Mit dem Programm wird qualitativ hochwertige Berichterstattung sowie regionales Networking unter JournalistInnen gefördert. Ein Vertiefen ihrer Fertigkeiten und Kenntnisse, insbesondere über europapolitische Themen, soll zur einer gründlicheren Information der südosteuropäischen Öffentlichkeit beitragen. Darüber hinaus soll bei den StipendiatInnen das Interesse an der Arbeit der Medien in den Nachbarländern geweckt werden.

Jedes Jahr werden zehn erfahrene JournalistInnen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien und Serbien von einer Jury ausgewählt. Die besten drei Reportagen werden am Ende gesondert prämiert und – wie auch weitere Artikel – in zahlreichen Qualitätsmedien veröffentlicht.


Milena-Jesenská-Stipendien für Journalistinnen und Journalisten

Das Stipendium richtet sich an JournalistInnen, die sich intensiver mit einem europäischen Kulturthema auseinandersetzen wollen. Es wurde vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) sowie von der European Cultural Foundation gegründet und wird von Project Syndicate und der ERSTE Stiftung unterstützt.

Die Namensgeberin Milena Jesenská (1896–1944) war zu ihrer Zeit eine herausragende tschechische Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin. Sie war im politischen Widerstand aktiv und wurde im Konzentrationslager Ravensbrück ermordet.

 

Partner:
Institut für die Wissenschaften vom Menschen

Weitere Informationen:
Website des Projekts


Journalismuspreis "von unten"

Journalismuspreis "von unten"

Partner:
Armutskonferenz (Österreich)
Magyar Szegénységellenes Alapítvány (Ungarische Stiftung gegen Armut)
Mazedonische Plattform gegen Armut
Reteaua Nationala Antisaracie si Incluziune Sociala / RENASIS (Rumänisches Netzwerk gegen Armut und für soziale Inklusion)
Evropska mreža protiv siromaštva – Srbija (Europäisches Netzwerk gegen Armut – Serbien)
Hrvatska mreža protiv siromštva (Kroatisches Netzwerk gegen Armut)

Weitere Informationen:
Website des Projekts in Österreich

Der Journalismuspreis „von unten“ wurde 2010 in Wien von der Armutskonferenz entwickelt. Er zeichnet jährlich jene JournalistInnen aus, die den vielen Facetten von Armut gerecht werden, Betroffene respektvoll behandeln, ihre Stimmen hör- und sichtbar machen und Hintergründe ausleuchten.Die Jury setzt sich ausschließlich aus Menschen mit Armutserfahrungen zusammen. Auch deshalb ist die Würdigung für die ausgezeichneten JournalistInnen etwas Besonderes.

Seit 2015 wird mit Unterstützung des Europäischen Armutsnetzwerks an einer internationalen Verbreitung des Preises gearbeitet. Der Journalismuspreis für respektvolle Armutsberichterstattung, der nicht mit einem Preisgeld verbunden ist, wurde inzwischen auch in Ungarn und Kroatien (gefördert von der ERSTE Stiftung), sowie in Finnland und Island verliehen. Großes Interesse zeigen Mazedonien, Serbien, die Slowakische Republik und Rumänien.