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Standpunkte

„Autoritäre Führer profitieren nicht von der Coronakrise.“

The Call mit Ivan Krastev

5. August 2020
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Viele Menschen sind fälschlicherweise davon überzeugt, dass autoritäre Führer die Hauptgewinner der Coronakrise sein werden.  Das stimmt aber nicht.

„Es stimmt nicht und das aus einem einfachen Grund: die wichtigste Freiheit, die jedem autoritären Führer am Herzen liegt, ist die Freiheit, die Krise auszuwählen, auf die er reagiert. Denn jeder Diktator träumt davon Gott zu sein. Und Gott löst niemals Probleme die er nicht selbst erschaffen hat.“

Boris Marte sprach im The Call mit dem renommierten Politikwissenschaftler und  IWM Permanent Fellow Ivan Krastev, über seine Rolle als öffentlicher Intellektueller in Krisenzeiten, die Autorität der Wissenschaft, das Aufgeben von Freiheit für Sicherheit, und die Gefahr, kein Risiko einzugehen.

Dieser Text und dieses Video ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht: CC BY-NC-ND 3.0. Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden. Autor: Jovana Trifunović und Igor Bararon / erstestiftung.org. Titelbild: Black Lives Matter Protest in Tennessee. Foto: © Zoe VandeWater / unsplash.com


The Call

Die COVID-19-Pandemie hat Leben zerstört, Gesellschaftsverträge und internationale Beziehungen auf die Probe gestellt und die Wirtschaft erschüttert. Regierungssysteme, ob gut oder schlecht, sind in Not. Die Bessergestellten sind im Home-Office und kämpfen mit Existenzängsten. Die weniger Glücklichen sind dem zunehmenden digitalen Autoritarismus oder der bloßen Gewalt ausgesetzt. Die allgegenwärtigen Medien scheinen selbst in den ältesten Demokratien der Welt ihre Überwachungsfunktion nicht zu erfüllen. Die bereits global erodierten demokratischen Standards werden die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie

Die Videoreihe The Call ist ein Versuch, die politischen, kulturellen und sozialen Auswirkungen der Pandemie mithilfe von Denkern und Machern der ERSTE Stiftung Community besser zu verstehen.